

Alena war bis zu ihrem 11. Lebensjahr...
...ein kerngesundes Kind, das am allerliebsten draußen war, Sport machte, Baumhäuser baute usw....
Am 04.06.2008 änderte sich unser Leben schlagartig.
Alena war in der Nacht zu uns ins Bett gekrabbelt, was aber völlig normal war, und morgens um 5.30 Uhr fing sie an zu schreien und zu stöhnen, ganz schrecklich, schaute durch uns durch und war nicht ansprechbar.
Der Notarzt gab ihr etwas gegen das Krampfen, aber es half nichts. In Paderborn in der Kinderklinik versuchte ein Arzt, Alena wach zu bekommen. Er kniff ihr immer in ihr Ohr (ich als Mutter war kurz davor, durchzudrehen), bis ein anderer Arzt kam und ein EEG machen wollte. Das war aber nicht möglich, weil Alena nur am Schreien war, aber immer noch nicht wach.
Es wurde sofort ein CT angeordnet, bei dem man sehen konnte, dass etwas im Kopf war, was dort nicht hingehörte.
Alena wurde mit einem Krankenwagen nach Bethel gebracht, in der Zeit auch beatmet, und dort wurde eine Angiografie gemacht, bei der man sah, dass es ein Angiom war, eine angeborene Gefäßmissbildung.
Die Ärzte überlegten noch,
wie man vorgehen sollte, weil das Angiom dort saß, wo eine Operation große Schäden anrichten konnte. Aber während sie sich berieten, hatte es im ganzen Kopf eingeblutet und Alena musste operiert werden.
Im Nachhinein hatte keiner der Ärzte Hoffnung, dass Alena es überleben konnte, aber man hatte keine andere Wahl. Das Wunder geschah: Das Angiom konnte entfernt werden, nun hieß es hoffen und beten. Es war so schrecklich. ....
Wir durften immer nur ganz kurz zu Alena und konnten nichts anderes machen, als hoffen und beten. Am nächsten Tag wurde der Hirndruck immer höher, man musste den Schädeldeckel entfernen und den zweiten auch noch.
Eine Lungenentzündung machte alles noch komplizierter, als es eh schon war.
Irgendwann sagten die Ärzte, dass wir noch eine Chance hätten: Sie müssen Alena über den Blutkreislauf auf 32 °C kühlen.


Das Wunder geschah...
...und langsam hatte man wieder Hoffnung, dass Alena es überleben könnte.
Aber niemand konnte uns sagen, wie.....
Die Aufwachphase war noch einmal ein einziger Alptraum, aber irgendwann war es so weit: Alena war wach.
Damals waren wir noch voller Hoffnung, dass Alena schnell sagt: „Hallo, da bin ich wieder“, aber leider war es nicht so. Sie konnte uns nichts sagen, sie hatte eine Aphasie, ja, es war alles weg.
Wir waren ein halbes Jahr...
...in einer Rehaklinik in Hattingen, wo Alena ein bisschen laufen lernte und anfing, sich ins Leben zurückzukämpfen.
Es war eine harte Zeit, voller Hoffnung, Freude, Emotionen. Manche Therapeuten waren demotivierend, vor allem eine Psychologin, zu der ich als Mama hinmusste. … wo mir gesagt wurde, ich solle für Alena einen Platz im Heim suchen, es würde sonst unser ganzes Familienleben verändern!!! Meine Wut kann man sicherlich erahnen, meine Antwort war, dass Alena es schaffen würde, diese Klinik auf eigenen Füßen zu verlassen.
Tschakka, das haben wir hinbekommen, kurze Strecken klappten. :-)


Zu Hause haben wir...
...dann sehr viele Therapien gemacht, auch sehr viele, so wie Craniosacrale, TCM usw., die die Krankenkassen nicht übernommen haben, aber es war sehr gut.
Mittlerweile kann Alena wieder perfekt sprechen, schreiben usw., der Rolli parkt seit 4 Jahren im Keller. Es gibt höchstens noch Ausnahmen, dass wir ihn benutzen müssen, aber das ist wirklich sehr selten.
Das Einzige, was uns nun noch große Sorgen macht, ist die Schule und der zukünftige Beruf.
Aber auch diese Hürde werden wir gemeinsam meistern!
(Stand 02/2016)