




Hallo alle zusammen und herzlich willkommen auf meiner Seite!
Ich heiße Isabel und bin 20 Jahre alt.
Meinen Schlaganfall hatte ich entweder bereits vor der Geburt oder kurz danach – so genau wissen wir das bis heute nicht.
Wir, das sind meine Mama, mein Papa, mein jüngerer (aber größerer) Bruder und unsere vier schwarzen Kater.
Und auch wenn ich mit 20 Jahren eigentlich schon aus dem „Kindesalter“ raus bin, gehöre ich seit 2016 dem SCHAKI‑Betreuerteam an und bin dadurch bei eigentlich jedem Treffen aktiv dabei.
Vom Schlaganfall davongetragen habe ich eine Hemi rechts, die dank (zugegeben damals noch ziemlich verhasster) frühzeitiger Therapie gut „austherapiert“ wurde, sodass ich im alltäglichen Leben nur wenig Schwierigkeiten habe (also vielen Dank an meine Mama, dafür, dass sie gemerkt hat, dass irgendwas nicht mit mir stimmt, und sich um diese ganzen Therapien bemüht hat – entgegen der Meinung von sämtlichen Ärzten).
So habe ich beispielsweise 2018 (einen Tag vor meinem 18. Geburtstag) meine Führerscheinprüfung ohne irgendwelche Einschränkungen bestanden und 2019 auch mein Abitur (mit Einser-Durchschnitt) absolviert.
Nach dem Abitur war klar, dass ich erst mal eine Auszeit machen wollte – zum einen, um mir über meinen Berufswunsch und ein mögliches Studium klar zu werden, zum anderen, weil ich auch mal ein Jahr weg von zu Hause wollte – „auf eigenen Beinen stehen“, „erwachsen werden“, „den eigenen Horizont erweitern“ und der ganze Kram eben …
Durch den Kontakt eines Bekannten fand ich so eine Stelle in der Nähe von Cuxhaven, die für ein Freiwilliges Soziales Jahr infrage kam: ein Kinderheim mit angrenzender Förderschule.
Und so zog ich für ein Jahr 250 km von zu Hause aus. Zumindest war es für ein Jahr angedacht, doch dann kam Corona (Satz des Jahres 2020) und ein Studium unter diesen Bedingungen anzufangen, wäre völlig sinnfrei gewesen. Aus diesem Grund beschloss ich, das „Jahr“ um 6 Monate zu verlängern, denn zu dem Zeitpunkt hatte ich mich super in das Arbeitsleben und in das private Umfeld, welches ich mir nach allgemeinen Anfangsschwierigkeiten zusammengebastelt hatte, integriert.
Diese 1½ Jahre waren auf jeden Fall eine prägende Erfahrung, denn durch die Arbeit dort ist mir auch bewusst geworden, wie viel Spaß mir die Arbeit mit Kindern macht – etwas, was mir nach meinem Abitur niemals in den Sinn gekommen wäre. Und so habe ich mich entschieden, meinen Plan (eigentlich ein Jurastudium) komplett über den Haufen zu werfen und mich für das kommende Wintersemester für Sonderpädagogik auf Lehramt an der Universität in Oldenburg zu bewerben – so ist zumindest jetzt erst mal der Plan.

Mit 2 Jahren fuhr ich mit meinen Eltern ...
... und meinem Bruder auf eine Kur an den schönen Chiemsee. Dort stellte man das erste Mal fest, dass ich nicht richtig schlucken kann, und meine linke Seite nicht so funktioniert wie die rechte. Der Arzt nahm das erste Mal das Wort Schlaganfall in den Mund. Für meine Eltern natürlich erst einmal ein Schock.
Meine Eltern erzählten es zuhause unserem Kinderarzt. Dieser meint aber, dass Kinder mit Schlaganfall nichts mehr können und wir uns keine Gedanken machen sollen. Im SPZ hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt Logopädie und Ergotherapie.
Durch den Kontakt mit SCHAKI e.V. sind wir über die liebe Anja zu Herrn Dr. Sträter gekommen. Dieser machte im Dezember 2018 ein MRT von meinem Kopf. Ich wurde dazu leicht sediert. Wann genau der Schlaganfall in meinem Kopf war, kann mir leider niemand mehr genau erklären.
Höchstwahrscheinlich hat es aber mit dem kleinen Löchlein, welches in meinem Herzen ist, zu tun. Wir müssen mit den Folgen lernen umzugehen und mich soweit es geht unterstützen.

Und sonst so?
In meiner Freizeit beschäftige ich mich gut und gerne mit allem, was sich in irgendeiner Weise als „kreativ“ bewerten lässt: zeichnen, basteln, nähen, und was einem sonst noch so einfällt.
Ansonsten lasse ich mich auch ganz gerne von einem (oder fünf) guten Büchern aus der Realität in die so viel besseren Fantasiewelten meiner Lieblingsautoren entführen. Das Gleiche gilt übrigens auch für Filme und Serien, die einem die regnerischen Tage (und die anderen auch) bis in die späten Abendstunden wunderbar füllen können.
Ich höre außerdem viel Musik, singe selbst gerne und habe die Coronazeit genutzt, das Gitarre spielen zu lernen – etwas, was ich mir schon sehr (sehr, sehr) lange gewünscht habe zu beherrschen, was aber trotz vielfacher Übungsversuche nie so ganz geglückt ist, da das Schlagen mit der rechten Hand immer zu Verkrampfungen geführt hatte und ein glattes Spiel nicht möglich machte (was natürlich weder für die Motivation noch für das Selbstbewusstsein besonders förderlich war und deswegen oft in großer Enttäuschung, Tränen und Geschrei endete).
Aber mit viel Geduld und einem starken „Willen“ – böse Zungen würden es vermutlich sogar Dickschädel nennen, denn das tägliche Üben dauerte nie weniger als zwei Stunden (eine Runde Mitleid für meine Familie, die das „ertragen“ musste) – klappte es schließlich doch und die Nächte in gemütlicher Runde am Lagerfeuer mit Gitarrenspiel und Gesang gehören sicherlich zu den Dingen, für die sich die anfängliche Anstrengung definitiv gelohnt hat!
Es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen, und das musste auch ich (wenn auch unter Protest) lernen ;).
Das Leben mit einem Schlaganfall kann manchmal ziemlich ätzend sein.
Und es gibt Tage, an denen man völlig an sich selbst verzweifelt und sich fragt: „Warum ich? – Warum kann das keinen anderen treffen? Warum kann ich nicht einfach nur normal sein?“.
Auch wenn man scheinbar keine Einschränkungen vorzuweisen hat. Denn wie soll man den neu kennengelernten Leuten erklären, dass man jetzt gerade mal nicht über diese wackelige Brücke gehen kann, weil man das Gleichgewicht dafür nicht hat? Wie erklärt man es seinem Beifahrer, wenn man den Autoschlüssel im Dienstauto nicht mit der rechten Hand umdrehen kann, weil einem die Kraft dafür fehlt? Wie erklärt man das, wenn die ganze Seminargruppe wandern geht und man irgendwann völlig abgeschlagen hinterherhängt, weil man einfach verdammt nochmal nicht mehr kann?
Ohne sich die Blöße zu geben. Ohne wie ein Idiot dazustehen. Denn „man sieht dir doch gar nichts an“?

Mit 2 Jahren fuhr ich mit meinen Eltern ...
... und meinem Bruder auf eine Kur an den schönen Chiemsee. Dort stellte man das erste Mal fest, dass ich nicht richtig schlucken kann, und meine linke Seite nicht so funktioniert wie die rechte. Der Arzt nahm das erste Mal das Wort Schlaganfall in den Mund. Für meine Eltern natürlich erst einmal ein Schock.
Meine Eltern erzählten es zuhause unserem Kinderarzt. Dieser meint aber, dass Kinder mit Schlaganfall nichts mehr können und wir uns keine Gedanken machen sollen. Im SPZ hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt Logopädie und Ergotherapie.
Durch den Kontakt mit SCHAKI e.V. sind wir über die liebe Anja zu Herrn Dr. Sträter gekommen. Dieser machte im Dezember 2018 ein MRT von meinem Kopf. Ich wurde dazu leicht sediert. Wann genau der Schlaganfall in meinem Kopf war, kann mir leider niemand mehr genau erklären.
Höchstwahrscheinlich hat es aber mit dem kleinen Löchlein, welches in meinem Herzen ist, zu tun. Wir müssen mit den Folgen lernen umzugehen und mich soweit es geht unterstützen.

Diese „Aufklärungsgespräche“…
...sind anstrengend und oft nervenaufreibend – nicht zuletzt, weil sie einem die eigenen Schwächen, die man vielleicht selbst auch lieber verdrängen will, zeigen, die man sich vorhalten muss. Und das ist der eigentliche Punkt dahinter:
Sich selbst zu akzeptieren ist schwierig, denn meistens liegt es gar nicht an den Anderen.
Meistens ist es die eigene Wahrnehmung, die einem vorgaukeln will, dass andere ein Problem mit seinen Schwächen hätten.
Die Angst davor, sich vor anderen schwach und verletzlich zu zeigen, macht einen schwach und verletzlich.
Ich weiß spontan nicht eine einzige Situation, die durch meine bzw. unsere Offenheit gegenüber dem Thema „Schlaganfall“ verschlimmert worden ist. Im Gegenteil. Situationen waren immer nur dann schwierig zu bewältigen, wenn keiner der Beteiligten über das Handicap Bescheid wusste.
Denn der Großteil unserer Mitmenschen (Überraschung!) ist gar nicht so schlimm. Wenn der eigene Schatten erst mal überwunden ist, dann gibt das Gegenüber einem sogar die Lösungen der „Probleme“ vor.
Die wackelige Brücke? Kein Problem, wir gehen einen anderen Weg.
Der Schlüssel vom Dienstauto? Ein lustiger Spruch über die „Diskriminierung“ von Linkshändern, und das Thema ist gegessen.
Der Ausflug mit dem Wandern? Eine lehrreiche Erfahrung (für alle anderen), die zur Folge hatte, dass man auf die „Schwächsten“ der Gruppe zukünftig Rücksicht nehmen sollte. (Lustig in dem Zuge, da es ironischerweise eine Lehrveranstaltung für die Organisation von Jugendfreizeiten war, und das Programm für alle Teilnehmer gleich zugänglich zu gestalten, war die Aufgabe.)
Mein Verhältnis zu allen Beteiligten? Absolut unverändert – wenn nicht sogar besser als vorher.
Natürlich gibt es immer wieder Tage...
...an denen ich mich über alles aufrege – am allermeisten über mich selbst; aber die ernüchternde Wahrheit ist – es bringt nichts. Also hilft nur eins (so kitschig es auch klingen mag):
Sich dem Ganzen jeden Tag aufs Neue stellen und das Beste draus machen!
In diesem Sinne verabschiede ich mich und freue mich auf das nächste SCHAKI – Treffen!
Dann hoffentlich wieder persönlich.
Eure Isabel
(Stand 01/2021)


Der neue Vorstand, der SCHAKI die nächsten Jahre gestalten und lenken wird besteht aus Julia Opländer, Stefan Günther, Claudia Paulus und Silke Günther. Alle vier sind bereits lange Jahre Vereinsmitglieder und auch Regionalgruppenleitungen. Sie werden unseren Verein die nächsten Jahre in die Zukunft führen.
Der am 31. Mai 2025 gewählte SCHAKI-Vorstand im Überblick:
1. Vorsitzende: Julia Opländer
(2. von rechts / Leiterin der SCHAKI Regionalgruppe Köln/Bonn)
2. Vorsitzender: Stefan Günther
(1. von rechts / Leiter der SCHAKI Regionalgruppe Niederrhein)
Kassenwartin: Claudia Paulus
(2. von links / Leiterin der SCHAKI-Regionalgruppe Rhein-Main)
Schriftführerin: Silke Günther
(1. von links / Leiter der SCHAKI Regionalgruppe Niederrhein)



Was verbirgt sich hinter dem SCHAKI-Logo?
Wir haben bei der Erstellung des ersten SCHAKI-Logos bewusst auch die Schlaganfall-Kinder selbst eingebunden, um ein möglichst authentisches Logo für unsere Selbsthilfegruppe zu entwerfen.
Herausgekommen ist ein frisches, buntes und trotzdem auch ein zum Nachdenken anregendes Logo.
Erfrischend ist das Logo, weil es zeigt, wie aus vielen Händen eine lebendige Einheit geformt wurde.
Die bunten Farben sollen die Lebensfreude ausstrahlen, die die Kinder trotz ihrer Handicaps haben.
Nachdenklich stimmt das Logo, wenn man sich die Hände des Logos genauer anschaut. Dann sieht man, dass viele Kinder aufgrund ihrer Hemiparese oft nur eine Hand richtig einsetzen können, während der Einsatz der anderen Hand kaum bis gar nicht möglich ist.
An dem Logo haben mitgewirkt:
Ben, David, Isabel, Leonard, Lisa, Luis und Yannik.
